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Whitepaper - Qualifikation russischer Ingenieure

Stand: August 2007, download als PDF

Inhaltsverzeichnis:

  1. Das russische Bildungssystem – Grundzüge und Tendenzen
  2. Ingenieurausbildung in Russland
  3. Russische Ingenieure für Unternehmen in Deutschland?
  4. Der russische Arbeitsmarkt für Ingenieure
  5. Anhang: Tabellen und Kontaktanschriften


Abstract:

Das russische Bildungssystem ist auf dem Weg in die westliche Moderne – mit einigen Behinderungen und Einschränkungen aus der Vergangenheit. So soll bis 2009 die Bologna-Erklärung einheitlich umgesetzt werden – allerdings werden nicht alle Hochschulen dies nach Aussage des russischen Bildungsministers Fursenko tatsächlich schaffen. Insgesamt schnitten russische Schüler in der PISA-Schulleistungsstudie unbefriedigend ab, doch die russische Ausbildung junger Erwachsener in naturwissenschaftlichen, technischen und medizinischen Fächern hat auch im Westen einen sehr guten Ruf. Derzeit besuchen in Russland 1,36 Mio. Studierende eine von 458 technischen Hochschulen, die schon ab Mitte der 90er Jahre parallel zum Diplom Bachelor- und Masterabschlüsse einführten.
Auf dem Arbeitsmarkt werden dank des Konjunkturaufschwungs fähige und erfahrene Spezialisten händeringend gesucht. Vor allem braucht der Markt Techniker und Ingenieure mit speziellem Fachwissen und fundierten Fremdsprachenkenntnissen für die Wachstumsbranchen. In Metropolen wie St. Petersburg oder Moskau ist die Lage besonders schwierig. Jährlich steigen die Einkommen der Ingenieure dort entsprechend um 12 bis 15%. Aufgrund dieser Arbeitsmarktlage sind bei führenden Personalagenturen Merkmale wie gute Fremdsprachenkenntnisse, bestehende Auslandserfahrungen, Loyalität und Branchenkenntnisse gefragt. Arbeitsmarktexperten prognostizieren, dass der Ingenieurmangel noch mindestens 5 bis 6 Jahre bestehen bleibt.

Bei der hierzulande viel diskutierten Öffnung des Arbeitsmarktes für Ingenieure aus Osteuropa wird die aktuelle Lage zu wenig beachtet: Das Interesse russischer Ingenieure an einer Anstellung in Deutschland ist mit der steigenden Nachfrage nach Ingenieuren auf dem russischen Arbeitsmarkt und einem Lohnniveau, das teilweise schon westlichen Standards entspricht, deutlich zurück gegangen.

1. Das russische Bildungssystem – Grundzüge und Tendenzen

Die Bildungslandschaft in Russland ist heutzutage um einiges differenzierter als zu Sowjetzeiten. Per Gesetz wurden neue Bildungsstandards festgelegt. Zahlreiche neue Schul-, Studien- und Abschlussformen sind hinzugekommen. Ergänzend zum staatlichen Schulsystem entstanden eine Menge von alternativen Institutionen, darunter kostenpflichtige Privatschulen, Colleges, Gymnasien und Lyzeen in freier Trägerschaft, freie Waldorf- und kirchliche Schulen.

Die Zahl der Hochschulen (insbesondere Universitäten, Akademien und Institute) belief sich im Studienjahr 2005/2006 auf nahezu 1.070 Einrichtungen (darunter 648 staatliche und 413 private). Trotz steigender Studiengebühren erhöhte sich schlagartig die Anzahl der Studenten. Hinsichtlich seines Akademiker-Anteils gehört Russland international zur Spitzengruppe: Über 20% der wirtschaftlich aktiven Bevölkerung haben einen Hochschulabschluss (zum Vergleich: USA - 27,9%, Japan - 16,1%, Deutschland - 13,8%).

Auch die Verwaltungsstrukturen im Bildungssektor haben sich im Zuge jüngster Reformen verändert. Zwar blieben zentralistische Züge erhalten, die ehemals rigiden Kommandostrukturen sind jedoch aufgeweicht. Insbesondere die Hochschulen verfügen über mehr Entscheidungsfreiheit und größere Rechte zur Selbstverwaltung. Zu ihrer neuen Freiheit gehört z.B. die Möglichkeit, eigenmächtig Kontakte zu internationalen Hochschulen zu knüpfen sowie ausländische Studenten, Wissenschaftler und Dozenten aufzunehmen.

Erweitert haben sich auch die Finanzierungsspielräume. Inzwischen sind die russischen Hochschulen nicht mehr nur auf die ohnehin knappen staatlichen Zuwendungen angewiesen. Laut "Monitoring der Bildungsökonomie" der renommierten Moskauer Hochschule für Ökonomie teilten sich im Jahr 2005 rd. 35% der russischen Hochschulen öffentliche Haushaltsmittel in Höhe von ca. 123,22 Mio. Rbl (umgerechnet rd. 3,5 Mio. Euro; Jahresdurchschnittskurs 2005: 1 Euro = 35,21645 Rbl). Etwa 47% der staatlichen Hochschulen finanzierten sich zusätzlich aus gebührenpflichtigen Lehrprogrammen (2,07 Mio. Euro), 33% aus Vergütungen für Forschungs- und Entwicklungsprojekte (898.000 Euro), 13% aus Gewinnen aus produktiver Tätigkeit (322.000 Euro), 22% aus Mieteinnahmen (164.355 Euro) sowie 21% aus Spenden (255.000 Euro).

Den Löwenanteil verdienen Hochschulen (und Lehrkräfte) indes an der offiziellen Statistik vorbei. Experten schätzen die im "Schattensektor" erzielten Einkünfte im russischen Hochschulwesen auf eine Größenordnung von ca. 2,2 Mrd. Euro jährlich.

Der Anteil der öffentlichen Bildungsaufwendungen an den gesamten Staatsausgaben ist in Russland stetig gestiegen und erreicht mittlerweile den Schnitt der OECD-Länder (12,7%). Gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) nimmt sich der Beitrag der öffentlichen Hand mit noch nicht einmal 4% gegenüber westlichen Standards (OECD-Durchschnitt: über 6%) jedoch bescheidener aus. Sogar Brasilien hat einen höheren Prozentsatz als Russland vorzuweisen (vgl. "Bildung auf einen Blick - OECD-Indikatoren 2006").

Schulsystem:

Das russische Schulsystem besteht aus Grundschul-, Haupt- und Oberstufe. Die zweijährige Oberstufe der Mittelschule (10. und 11. Schuljahr; oberer Sekundarbereich) führt zum vollen Sekundarschulabschluss (Abitur, russisch: "attestat zrelosti"), der zum Hochschulstudium berechtigt. Für diesen Weg entscheiden sich 55 bis 65% der russischen Schüler, in den Metropolen noch weitaus mehr. Nach Abschluss der Hauptstufe (unterer Sekundarbereich mit den Schuljahren 5 bis 9) haben Schulabgänger die Wahl zwischen einer beruflichen Kurzausbildung (Erstausbildung im Betrieb) und beruflich orientierten Schulen.

Nach dem Zusammenbruch des sowjetischen Einheitssystems haben sich russlandweit neben den staatlichen Schulen zahlreiche private Einrichtungen etabliert, die ebenfalls zur Hochschulreife führen. Zulauf registrieren vor allem Gymnasien und Lyzeen. Gymnasien (Klasse 5 bis 11, mitunter mit vierjährigem Grundschulbereich) sind häufig geistes- und kulturwissenschaftlich ausgerichtet und bieten ein erweitertes Fremdsprachenangebot.

Lyzeen (zwei- bis vierklassig, ab Klasse 8 oder 10) setzen mathematisch-naturwissenschaftliche und technische Schwerpunkte (z.B. Informatik und Computertechnik). Darüber hinaus gibt es weitere Spezialschulen (vor allem mit dem Fokus auf Fremdsprachen, Mathematik, Naturwissenschaften, Sport, Kunst und Musik), darunter einige wenige spezialisierte "Wissenschaftliche Bildungszentren für Hochbegabte".

Die gehobenen etablierten Privatschulen verlangen meistens beträchtliche Gebühren. Sie erreichen daher nur einen kleinen Teil der Schüler – regional schwankend sind es höchstens 18% (Gymnasien und Lyzeen etwa 6 bis 8%). Dabei ist der Zuspruch in den Städten deutlich größer als auf dem Lande. In den Regionen jenseits der Metropolen besuchen mangels Möglichkeit und Einkommen gerade einmal 3 bis 5% der Schulkinder private bzw. spezialisierte Lehreinrichtungen.

Berufsausbildung:

Die traditionelle Berufsausbildung hatte in Russland nach der Wende mit Rückschlägen und Imageproblemen zu kämpfen. Für viele Schulabgänger war die Karriere als Manager oder Jurist erstrebenswerter als die Ausbildung in einem technischen Beruf. Aufgrund der Wirtschaftsflaute ließ auch in den Betrieben das Interesse an Facharbeitern und technischen Spezialisten nach. Unter der daraus folgenden Mangelsituation leidet Russlands Arbeitsmarkt noch heute. Der wieder steigende Bedarf an gut ausgebildeten Arbeitskräften kann derzeit nicht hinreichend gedeckt werden.

Etwa 15% der russischen Schulabgänger entscheiden sich zunächst für eine berufliche Erstausbildung, die zwischen sechs und zwölf Monaten dauert. Der Unterricht wird hierbei nahezu ausschließlich im Betrieb von Meistern und erfahrenen Facharbeitern erteilt.

An Berufsschulen können sowohl Berufsabschlüsse für geringer qualifizierte Tätigkeiten (Dauer: ein bis anderthalb Jahre), als auch die Facharbeiterqualifikation (Dauer: drei bis vier Jahre) erworben werden. Mit dem Umbruch sind aus zahlreichen beruflich-technischen Schulen Berufslyzeen hervorgegangen. Deren vierjährige Ausbildungsgänge haben neben einem höher qualifizierenden Berufsabschluss auch das Abitur zum Ziel. Häufig setzen die Absolventen der Berufslyzeen ihre Ausbildung
dann auch mit einem Hochschulstudium fort.

Mit vielfältigem und meist teurem Angebot wartet in Russland die Erwachsenenbildung auf. Programme und Kurse von Abendschulen, Trainingsinstituten, Fern- und Vollstudienanbietern verzeichnen eine rege Nachfrage – von Unternehmen wie von Einzelpersonen. Russlandweit gibt es derzeit über 1.100 staatliche Einrichtungen zur beruflichen Weiterbildung. Besonders gut besucht sind die Abteilungen zur Weiterbildung von Führungskräften und Spezialisten der Hochschulen, Lyzeen, Colleges, Technika oder fachspezifischen Institute der Ministerien sowie Spezialeinrichtungen zur Ausbildung von Ärzten und Lehrern (vgl. iMOVE, 2004).

Hochschulwesen:

Das Reifezeugnis allein ist in Russland noch keine Eintrittskarte für das Studium an einer staatlichen Hochschule. Der Abschluss des oberen Sekundarbereichs berechtigt lediglich zur Bewerbung um einen Studienplatz und zur Teilnahme an den Aufnahmeprüfungen in den Hochschulen. Private Hochschulen verlangen i.d.R. keine Aufnahmeprüfungen, dafür aber meist hohe Studiengebühren.

Ihr Aufnahmeverfahren bestimmt zurzeit jede Hochschule selbst. Aufgrund der Korruptionsanfälligkeit ist diese Praxis jedoch in Verruf geraten. Das neue, einheitliche Staatsexamen zielt auf mehr Objektivität im Auswahlprozess, indem es die Schulabschluss- und die Aufnahmeprüfung der Hochschulen künftig zusammenfasst. Ab 2009 soll dieses zentralisierte Examen für alle Hochschulen verbindlich sein. (weitere Informationen dazu auf dem russischsprachigen Portal http://ege.edu.ru/PortalWeb/index.jsp)

Mit dem Beitritt zum Bologna-Prozess im September 2003 hat Russland einen wichtigen Schritt in Richtung eines gemeinsamen europäischen Hochschulraumes vollzogen. Die mit einem solchen einheitlichen Bildungsraum verknüpften Kriterien – wie Transparenz, Vergleichbarkeit und Mobilität – sind nunmehr auch für den russischen Hochschulsektor relevant. (vgl. Stephan Walter: "MA/BA-Studiengänge in Russland: Aktueller Stand der Diskussion und Umsetzung des Bologna-Prozesses", 2004). Die Umsetzung der Bologna-Erklärung sieht u.a. die Zweiteilung der Studiengänge in Bachelor- und Master-Programme, die Umstellung auf ein einheitliches Bewertungssystem (Leistungspunktsystem ECTS) sowie die Anfügung einer Beilage zum Diplomzeugnis (Diploma Supplement) in einer gängigen europäischen Sprache vor.

An der offiziellen Ankündigung, eine entsprechende Studienstruktur bis 2010 im Wesentlichen umzusetzen, hat Russlands Bildungsministerium allerdings schon wieder Abstriche gemacht. Erst vor kurzem gab Bildungsminister Fursenko zu verstehen, dass nicht alle russischen Hochschulen den Übergang zu einer zweistufigen Ausbildung bis 2010 schaffen werden.

Hochschularten:

Nach Art und Umfang ihres Lehrangebots lassen sich in Russland klassische und spezialisierte Hochschulen unterscheiden. Klassische Universitäten zeichnen sich durch ein breites Fächerangebot aus, das mit dem westlicher Universitäten vergleichbar ist. Spezialisierte Universitäten und Akademien konzentrieren sich auf bestimmte Tätigkeitsgebiete (z.B. Architektur und Bauwesen, Pädagogik und technische Wissenschaften).

Institute kombinieren berufliche Bildung mit Aufgaben aus Wissenschaft, Technik und Kultur und dienen der angewandten Forschung. Sie können auch Teil von Universitäten oder Akademien sein – ebenso wie Colleges, die der höheren Berufsausbildung durch Voll- oder Teilbildungsprogramme dienen.

Disziplinen wie Naturwissenschaften, Technik, Medizin und Pädagogik werden nahezu ausschließlich in staatlichen Einrichtungen gelehrt.

Prüfungen und Studienabschlüsse:

Das Studienjahr, das wie in Deutschland aus zwei Semestern besteht, beginnt im September und endet im Juni. Zum Abschluss des Wintersemesters und zum Ende des Studienjahres finden jeweils unterschiedliche Prüfungen (russisch: "sessija") statt.

Bis 1991 beschränkten sich die Studienabschlüsse nach einem (außer bei Medizin) fünfjährigen Hochschulstudium auf das Diplom. Das Diplomzeugnis gilt nur zusammen mit der Anlage, in der alle Studienfächer mit Note aufgeführt sind. Immer stärkere Verbreitung als akademische Grade finden mittlerweile auch Bachelor- und Master-Abschlüsse.

Der Stellenwert der Aspirantur ist dem der Promotion in Deutschland ähnlich. Voraussetzung ist das Diplom als Nachweis über ein abgeschlossenes Studium. Die Habilitation setzt eine abgeschlossene Aspirantur voraus und dauert etwa fünf bis sechs Jahre. Sie führt zum Titel "Doktor der Wissenschaften", der in etwa dem deutschen "Professor" entspricht.

Im internationalen Wettbewerb kann das russische Bildungssystem nur mit einigen Disziplinen glänzen. So genießt die Ausbildung in naturwissenschaftlichen, technischen und medizinischen Fächern - darunter in Ingenieurwissenschaften, Mathematik, Informatik und mit der Raumfahrt verbundenen Fachrichtungen – auch im Westen einen sehr guten Ruf.

In der PISA-Schulleistungsstudie schnitten russische Schüler jedoch unbefriedigend ab. Im internationalen Ranking zur Qualität der akademischen Bildung des Shanghaier Instituts für Hochschulbildung finden sich unter den "Top 500" lediglich zwei russische Hochschulen – die Moskauer Staatliche Lomonossow-Universität (Rang 72) und die St. Petersburger Staatliche Universität (Rang 340).

2. Ingenieurausbildung in Russland

Im Unterschied zu anderen Fachrichtungen erfreut sich Russlands Ingenieurausbildung weitgehend internationaler Akzeptanz und Wertschätzung. Russische Bildungs- und Berufsabschlüsse in technischen Fachrichtungen werden in westlichen Ländern problemloser als andere Qualifikationen anerkannt.

Die Ausbildung von Ingenieuren hat im größten Land der Erde eine lange Tradition. Die ersten technischen Hochschulen entstanden zu Zeiten Peters des Großen. Trotz Ausstattungsmängeln und Ideologie-Überfrachtung brachte Russland in den technischen Disziplinen immer wieder weltweit anerkannte Fachwissenschaftler hervor, vor allem in Mathematik, Physik, Luft- und Raumfahrt.

Derzeit gibt es in Russland insgesamt 458 technische Hochschulen, darunter 346 in staatlicher und 112 in privater Trägerschaft. Die Zahl der dort Studierenden beläuft sich auf über 1,36 Millionen. Staatliche Lehranstalten geben in der Ingenieurausbildung den Ton an: Nur etwa 10.000 Studenten sind bislang an nicht-staatlichen Einrichtungen eingeschrieben. Die Hochschulen bieten ein breites Spektrum an Fachrichtungen – von Automatisierung und Steuerung über Informatik, Elektrotechnik/Elektronik, Kommunikationstechnik, Maschinen- und Gerätebau, Raketentechnik, Rohstoffförderung, Biotechnologie, Architektur und Bauwirtschaft bis hin zu Laser- und Lebensmitteltechnologie.

Mit etwas über 23% haben Ingenieure an der Gesamtzahl der Hochschulabsolventen inzwischen einen geringeren Anteil als Anfang der 1990er Jahre (mehr als 27%). Die Absolventenzahlen sinken vor allem bei den fünfjährigen Diplomstudiengängen. Dagegen mehren sich die Bachelor- und Master-Abschlüsse in der Disziplin "Technische Wissenschaften".

Der Konjunkturaufschwung hat dem Ingenieurberuf zu neuem Glanz verholfen. Fähige und erfahrene Spezialisten werden händeringend gesucht, die Gehälter zeigen mit zweistelligen Raten nach oben. Diese Perspektiven verstärken das zwischenzeitlich gedämpfte Interesse an technischen Studienfächern. In renommierten Universitäten buhlen im Durchschnitt sechs Bewerber um einen kostenlosen Studienplatz.

Wenngleich die Ingenieurausbildung dem in Russland üblichen Bildungsweg folgt, setzen technische Hochschulen auch eigene Akzente. Bereits Mitte der 90er Jahre – also viel früher als andere Fachbereiche – gab es bei den Ingenieuren schon Bachelor- und Masterabschlüsse, parallel zum Diplomstudiengang. Die neuen gestuften Studiengänge sollen ab dem Studienjahr 2007/08 zu einem festen Bestandteil des gesamten russischen Bildungswesens werden.

Der Bachelorgrad (russisch: "Bakalavr") wird üblicherweise nach vier Studienjahren – Grundstudium und zweite Ausbildungsstufe – vergeben. Die Ausbildung besteht aus allgemeinen Berufsfächern sowie natur-, sozial- und geisteswissenschaftlichen Kursen. Der Bachelor-Titel qualifiziert zu einer beruflichen Tätigkeit als Fachmann/-frau auf mittlerer Ebene. Für das berufsorientierte Spezialistendiplom ist eine dritte Ausbildungsstufe zu absolvieren. Diese umfasst ein Lehrprogramm mit speziellen Fächern und Kursen zu modernen Ausrüstungen und Technologien, interdisziplinären Projekten und Betriebspraktika. Nach insgesamt fünf Studienjahren wird das Ingenieurdiplom ("Spezialist-Ingenieur") in einer bestimmten Fachrichtung verliehen. Der sechsjährige Master-Studiengang (russisch: "Magistr") ist stärker wissenschaftlich orientiert und beinhaltet im Unterschied zum Diplomstudium zusätzliche Fächer, die auf Lehr- und Forschungstätigkeit ausgerichtet sind.

Die meisten Universitäten bieten zu fast allen Diplom-Studiengängen auch Promotionsmöglichkeiten an. Am Ende des drei- bis vierjährigen Programms steht eine öffentlich zu verteidigende wissenschaftliche Arbeit, die zum Grad "Kandidat nauk" (der dem deutschen Doktor-Titel entspricht) führt.

Ingenieurabschlüsse weltweit

Land

Zahl der Ingenieurabschlüsse weltweit – Anteil pro Land/Region (in %)

China

21

EU-15

17

Japan

10

Russland

8

Indien

8

USA

6

Südkorea

5

Taiwan

3

weitere

22

Quelle: U.S. National Science Foundation

Die große Krise hat die Ingenieurausbildung in Russland dank der angesprungenen Konjunktur zwar überstanden, jedoch hat das System weiterhin mit zahlreichen Problemen zu kämpfen: Mit der Dynamik in Wirtschaft und Gesellschaft hat der Bildungssektor nicht Schritt halten können – er trägt noch immer die Züge des alten sowjetischen Systems. Wie z.B. die chronische Überfrachtung des Studienplanes mit Lehrstoff, die Experten vor allem mit dem übermäßigen Einfluss des Bildungsministeriums auf die Gestaltung der Studienpläne erklären. Schätzungen zufolge werden mindestens 30% des in der Ingenieurausbildung vermittelten Stoffes in der Praxis nicht gebraucht.

Auch der Modernisierungsbedarf bleibt erdrückend. Staatliche Mittel und neue Einnahmequellen reichen i.d.R. nicht aus, um nötige Investitionen vorzunehmen. So finden Studierende technischer und naturwissenschaftlicher Fachrichtungen in russischen Lehranstalten oft eine veraltete und marode Infrastruktur vor. Laut Angaben des Bildungsministeriums liegt das Durchschnittsalter der in der Forschung verwendeten Ausrüstungen bei über 25 Jahren, der Verschleißgrad bei Labortechnik bei alarmierenden 80%.

Den steigenden Erfordernissen des Arbeitsmarktes wird der Bildungssektor zurzeit nicht gebührend gerecht. In bestimmten Fachrichtungen sind Spezialisten Mangelware – und die Experten, die das Ausbildungssystem hervorbringt, entsprechen häufig nicht den Anforderungen der ausgeschriebenen Stellen. Diese Defizite haben inzwischen die Konzerne und Großunternehmen erkannt, und im eigenen Interesse als Arbeitgeber haben sie eigene Lösungen zur Kompensation der Bildungslücken entwickelt. Gezielt suchen sie die Zusammenarbeit mit den Hoch- und Fachschulen und/oder gründen eigene Lehreinrichtungen (russisch: "korporativnyje universitety").

In westlichen Branchenkreisen haben russische Ingenieurinnen und Ingenieure einen guten Ruf. So hebt der Verein Deutscher Ingenieure e.V. (VDI) deren solide Ausbildung, insbesondere bei den mathematischen Grundlagen, hervor. Im Vergleich zu deutschen Ingenieuren fehle es Absolventen jedoch teilweise an der Vertrautheit mit neuen Technologien.

Die Anerkennung von Bildungsabschlüssen zwischen Russland und Deutschland ist in einem Äquivalenzabkommen geregelt. Die "Gemeinsame Erklärung zur gegenseitigen akademischen Anerkennung von Studienzeiten und Abschlüssen im Hochschulbereich sowie von Urkunden über russische wissenschaftliche Grade und deutsche akademische Qualifikationen" findet sich u.a. unter der Webadresse www.hrk.de/de/download/dateien/HRK_Abkommen_Russland.pdf.

Durch die Schaffung des europäischen Bildungsraums sind für russische Bewerber in Europa derzeit allerdings gewisse Hürden eingebaut. Institutionen wie die Otto-Benecke-Stiftung helfen bei der Integration insbesondere von Aussiedlern. Auf dem deutschen Arbeitsmarkt werden russische Ingenieure nach Auskunft des VDI
meistens als Programmierer eingesetzt. Zwar hat Deutschland zurzeit einen großen Bedarf an Ingenieuren – gleichwohl ist es für ausländische Bewerber schwierig, eine geeignete Stelle zu finden. Gute Sprachkenntnisse und das Verständnis der Landeskultur sind i.d.R. unabdingbar. Karrierechancen im Westen haben daher vor allem die Ingenieure, die bereits im Heimatland Erfahrungen in internationalen Firmen sammeln konnten.

Russische Ingenieurabschlüsse und deren deutsche Bedeutungen:

Abschlusstypen

Entsprechender Abschlusstyp in Deutschland

"Mladschij inschener"

Ingenieurabschluss von Berufsakademien

Spezialist-Ingenieur; Diplom-Ingenieur1

Diplom I (GSH); Diplomgrad (FH); Diplomgrad (Univ.)

Entwicklungsingenieur (Inschener–razrabotschik)2

Diplomgrad (Univ.)

1 Das Ingenieurdiplom wird überwiegend nach fünf, in landwirtschaftlichen Studienrichtungen nach viereinhalb und in einigen renommierten Hochschulen auch nach fünfeinhalb Studienjahren verliehen.
2 7jährige Studiengänge, vor allem an der Moskauer Baumann-Universität
Quelle: Informationssystem zur Anerkennung ausländischer Bildungsabschlüsse (www.anabin.de)

Vorzüge und Mängel der akademischen Ingenieurausbildung in Russland:

Vorzüge

Mängel

Hohes Niveau der grundlagenwissenschaftlichen Ausbildung

Mangelnde Tiefe in einzelnen Fachdisziplinen; mangelnde Anwendungsorientiertheit des vermittelten Lehrstoffs; übermäßige, unreflektive Paukerei; Eigeninitiative kommt zu kurz

Breites Fächerspektrum

Zu wenig Labor- und experimentelles Arbeiten, unzulängliches Beherrschen moderner Ausrüstungen

Gute produktionspraktische Vorbereitung

Ungenügende Integration technischer Infrastruktur in die praktische Arbeit

Quelle: Sarkisov, A.F./Egorov, A.F./Kotschurichin, V.E.: "Wettbewerbsfähigkeit der russischen chemisch-technologischen Bildung", 2001 (www.tstu.ru/r.php?r=science.seminar.ingobr&file=plenar)

3. Russische Ingenieure für Unternehmen in Deutschland?

Angesichts des hohen Ausbildungsniveaus der aus Russland stammenden Ingenieure stellt sich die Frage, warum zurzeit nur so wenige russische Hochschulabsolventen und erfahrene Ingenieure eine Beschäftigung in Deutschland aufnehmen. Schließlich werden in Deutschland seit langem qualifizierte Ingenieure in fast allen Branchen gesucht, und in den Medien ist im Rahmen von Arbeitsmarktdebatten immer wieder von „qualifizierter Zuwanderung aus Osteuropa“ die Rede. Zur Beantwortung dieser Frage sollten folgende maßgebliche Faktoren in Betracht gezogen werden:
In Russland herrscht genau wie in Deutschland ein Mangel an qualifizierten Ingenieuren, da die Konjunktur im größten Land der Erde deutlich angesprungen ist und auch auf dem russischen Arbeitsmarkt qualifizierte Fachkräfte händeringend gesucht werden. Im Zuge dieser Entwicklung ist auch das Lohnniveau in Russland deutlich angestiegen und entspricht in einigen Gebieten, vor allem in den russischen Metropolen, bereits westlichen Standards. Aufgrund dieser sehr guten Rahmenbedingungen im eigenen Land ist der deutsche Arbeitsmarkt für Ingenieure aus Russland derzeit keine echte Alternative. Ohne zusätzliche Anreize ist es momentan daher eher schwierig, russische Arbeitnehmer für den deutschen Arbeitsmarkt zu gewinnen. Sollte dennoch eine Bewerbung eines russischen Ingenieurs vorliegen, sind einige besondere Aspekte vor einer Einstellung zu beachten, damit sowohl der Kandidat als auch das suchende Unternehmen nicht an unterschiedlichen Sichtweisen oder Voraussetzungen scheitern.

Vor Einstellung eines Ingenieurs aus Russland sollte ein Arbeitgeber in Deutschland neben den arbeitsrechtlichen Bestimmungen insbesondere folgende Punkte beachten:

  • Wie ist der russische Hochschulabschluss mit einer in Deutschland zu erwerbenden Qualifikation in Relation zu setzen (s. Tabelle "Russische Ingenieurabschlüsse und deren deutsche Bedeutungen")?
  • Hat der russische Bewerber bereits Erfahrung in einer vergleichbaren Position sammeln können und eventuell schon einmal für ein westliches Unternehmen gearbeitet?
  • Wie gut sind die Kenntnisse der deutschen Sprache und der deutschen Landeskultur?
  • Verfügt der Kandidat bereits über Branchenerfahrung?

4. Der russische Arbeitsmarkt für Ingenieure

Kompetente technische Spezialisten sind in Russland derzeit so rar wie begehrt. Die Krise des russischen Bildungswesens in den 1990er Jahren, die Abwanderung hochqualifizierter Fachleute ins Ausland ("brain drain") bzw. in andere, lukrativere Bereiche hat auf dem Arbeitsmarkt eine große Lücke gerissen. Dabei besteht nicht so sehr ein genereller Personalmangel, sondern vielmehr ein Mangel an stellenspezifisch geeignetem Personal.

Arbeitgeber haben vor allem Schwierigkeiten, Techniker und Ingenieure mit speziellem Fachwissen und fundierter Kenntnis mindestens einer Fremdsprache (vor allem Englisch und Deutsch) zu finden. Erfahrene Führungskräfte und rare Spezialisten, die in das Anforderungsprofil der Unternehmen passen, können mit Spitzengehältern in der Branche rechnen.

Bei der Entlohnung machen sich jedoch erhebliche regionale Unterschiede bemerkbar. Üblicherweise fallen die Gehälter in den Metropolen höher aus als außerhalb der Ballungszentren. Am meisten verdienen Ingenieure in Moskau und St. Petersburg. Teilweise erreicht die Gehaltsstruktur von St. Petersburg und Moskau bereits westliches Niveau. In der Hauptstadt sind die Löhne in 2005 in den ersten drei Monaten um mehr als ein Drittel nach oben geklettert. In 2006 fielen die Steigerungsraten dagegen geringer aus.

Nach Auskunft von Experten gestaltet sich die Suche nach passendem technischen Personal in St. Petersburg noch schwieriger als in Moskau. Seit 2002 zeigt die Lohnkurve von Ingenieuren in der Newa-Metropole stetig aufwärts, und inzwischen bekommen sie teilweise sogar höhere Gehälter als in Moskau. Nach Erfahrungen internationaler Unternehmen belaufen sich ihre Einkommenssteigerungen pro Jahr auf 12 bis 15%. Bei Einsteigern ohne Berufserfahrung sind die Gehälter erfahrungsgemäß deutlich niedriger als die Durchschnittswerte, können im Laufe des Arbeitsverhältnisses aber rasant steigen.

Neben der Region hängt das Lohnniveau auch von der Branche (stagnierende oder wachsende Branche) und dem Unternehmen (große oder kleine, expandierende oder stagnierende Firma) ab. Darüber hinaus spielen die absolvierte Hochschule und Berufserfahrung eine Rolle. Zudem erhöhen Fremdsprachenkenntnisse den Wert auf dem Arbeitsmarkt merklich. Eine beträchtliche Spannbreite bei der Entlohnung von Ingenieurpositionen besteht auch zwischen einzelnen Fachrichtungen und Arbeitsbereichen.


Typische Anforderungen von Arbeitgebern an einzustellende Ingenieure sind nach Auskunft führender Personalagenturen folgende:

  • Alter 20 bis 60 Jahre, wünschenswert 25 bis 50 Jahre
  • Berufserfahrung (mindestens ein halbes Jahr, wünschenswert mindestens fünf Jahre)
  • insbesondere in der Hauptstadt: Moskau als registrierter Wohnsitz.

Gefragt, aufgrund der Arbeitsmarktlage jedoch nicht unbedingt vorauszusetzen, sind folgende Merkmale:

  • Fremdsprachenkenntnisse (insbesondere Englisch und Deutsch)
  • Auslandserfahrung
  • Erfahrung mit internationalen Unternehmen
  • Loyalität
  • Branchenkenntnisse
  • betriebswirtschaftliche Kenntnisse
  • spezielle PC-Kenntnisse (moderne Ingenieursoftware).

Arbeitsmarktexperten gehen davon aus, dass der Ingenieurmangel noch mindestens fünf bis sechs Jahre bestehen bleibt. Dabei wiegt weniger schwer, dass der Bildungssektor nicht die erforderliche Anzahl von Spezialisten liefert, sondern dass zahlreiche Ingenieure nicht in ihren Fachrichtungen arbeiten. Zwar hat sich das Image technischer Berufe in den letzten Jahren verbessert, die Verdienstmöglichkeiten sind in anderen Bereichen jedoch häufig um einiges lukrativer. So sind viele hochqualifizierte Ingenieure als Vertriebsmitarbeiter oder in anderen Managerpositionen tätig, die üblicherweise Absolventen nichttechnischer Fachrichtungen bekleiden. Dafür werden entweder Weiterbildungsmöglichkeiten in Anspruch genommen, oder man verfährt nach dem Motto "Learning by Doing". Immer mehr Ingenieure streben neben ihrem technischen auch einen ökonomischen Abschluss an. Die Kombination von beidem in einem Ausbildungsgang – beispielsweise als "Wirtschaftsingenieur" – kommt noch nicht so oft vor.

Vor allem jüngere Mitarbeiter entwickeln sich innerhalb eines Unternehmens deutlich rasanter als es z.B. in Deutschland der Fall ist – und sie erwarten diese Dynamik auch. Schnelle Karrieremöglichkeiten sind für junge Spezialisten neben dem Gehalt ein entscheidendes Kriterium, einem Arbeitgeber verbunden zu bleiben oder nicht. Scheu vor einem Arbeitsplatzwechsel haben sie bei der derzeitigen Arbeitsmarktlage i.d.R. nicht, die Fluktuation ist dementsprechend hoch. Auf gute Berufschancen können Ingenieure vor allem in den Wachstumsbranchen hoffen.

5. Anhang

Russisches Bildungssystem in Zahlen:

Lehreinrichtungen

2005

Veränderung gegenüber 2004 (in %)

Staatliche und munizipale allgemeinbildende (mittlere) Einrichtungen (Tagesschulen):

Anzahl der Lehreinrichtungen insgesamt, darunter:

60.764

-2,7

  • Gymnasien

1.278

+2,6

  • Lyzeen

916

+5,0

Anzahl der Schüler insgesamt, darunter:

15.111.600

-6,1

  • in den Gymnasien

865.600

-1,6

  • in den Lyzeen

552.900

+1,5

Nichtstaatliche allgemeinbildende Lehreinrichtungen
(Tagesschulen)

Anzahl der Lehreinrichtungen insgesamt:

726

+2,5

Anzahl der Schüler insgesamt:

72.300

+3,0

Staatliche und munizipale mittlere spezialisierte Lehreinrichtungen/Fachschulen

Anzahl der Lehreinrichtungen insgesamt:

2.692

+2,1

Anzahl der Lernenden insgesamt:

2.461.900

-1,7

Zahl der Absolventen:

647.600

-4,0

Staatliche und munizipale Hochschulen

Anzahl der Lehreinrichtungen insgesamt:

648

-2,1

Anzahl der Studenten insgesamt:

5.946.000

+1,5

Anzahl der neu aufgenommenen Studenten:

1.362.700

-1,6

Anzahl der Absolventen:

973.700

+4,7

Nichtstaatliche Hochschulen

Anzahl der Lehreinrichtungen insgesamt:

413

+1,09

Anzahl der Studenten insgesamt:

1.079.300

+5,4

Anzahl der neu aufgenommenen Studenten:

268.000

-2,4

Anzahl der Absolventen:

173.300

+18,5



Ranking russischer Hochschulen in 2005*

Rang

Hochschule

1

Moskauer Staatliche Universität "Lomonossow" (MGU)

2

St. Petersburger Staatliche Universität

3

Moskauer Institut für Physik und Technologie (MIPT)

4

Russische Universität der Völkerfreundschaft (Moskau)

5

Tomsker Staatliche Universität

6

Rostower Staatliche Universität

7

Kazaner Staatliche Universität

8

Kabardino-Balkarische Staatliche Universität

9

Moskauer Staatliche Linguistische Universität

10

Moskauer Ingenieur-Physisches Institut

* nach den Ergebnissen ihrer Tätigkeit (u.a. Qualität des Lehrkörpers, Anzahl der Studenten unterschiedlicher Fachrichtungen, Anzahl ausländischer Studenten, Umfang wissenschaftlicher Forschung und Publikationstätigkeit)

Quelle: Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Russischen Föderation

Ranking russischer Hochschulen nach der Zufriedenheit der Arbeitgeber in 2005

Rang

Hochschule

1

Moskauer Staatliche Universität "Lomonossow" (MGU)

2

Moskauer Staatliche Technische Universität "Baumann"

3

Plechanow-Akademie für Wirtschaft Moskau

4

Finanzakademie bei der Regierung der Russischen Föderation

5

Moskauer Staatliches Institut für Internationale Beziehungen (MGIMO)

Quelle: Ratingagentur RejtOR (www.reitor.ru)

Ranking Technischer Hochschulen in Russland in 2005*

Rang

Hochschule

1

Moskauer Staatliche Technische Universität "Baumann"

2

Moskauer Staatliche Bergbauuniversität

3

Moskauer Staatliche Technologische Universität "Stankin"

4

Russische Staatliche Universität für Öl und Gas (Moskau)

5

Staatliches Bergbauinstitut St. Petersburg

6

Staatliche Polytechnische Universität St. Petersburg

7

Moskauer Energetisches Institut

8

Staatliches Institut für Elektronik Moskau (MGIET)

9

Polytechnische Universität Tomsk

10

Staatliche Technische Universität Woronesch

*nach den Ergebnissen ihrer Tätigkeit (u.a. Qualität des Lehrkörpers, Anzahl der Studenten unterschiedlicher Fachrichtungen, Anzahl ausländischer Studenten, Umfang wissenschaftlicher Forschung und Publikationstätigkeit)

Quelle: Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Russischen Föderation

Abschlüsse in ingenieurwissenschaftlichen Fachrichtungen in Russland (staatliche und munizipale Hochschulen)*

Anzahl der Hochschulabsolventen

2000

2001

2002

2003

Ingenieurausbildung insgesamt
(Anteil an den gesamten Hochschulabschlüssen in %)

77.484 (24,6)

79.062 (23,9)

81.255 (23,6)

81.310 (23,1)

darunter:

  • Fachrichtung "Technische Wissenschaften"

19.407

18.383

20.518

21.371

  • spezielle Ingenieurwissenschaften

58.077

60.679

60.737

59.939

davon nach Spezialisierungen:

Rohstoffverarbeitung

2.494

2.576

2.541

2.688

Energiewirtschaft und Energiemaschinenbau

5.653

5.879

5.914

5.815

Metallwirtschaft

1.879

1.960

1.935

2.004

Maschinenbau und Metallverarbeitung

7.400

7.933

7.900

7.533

Luft- und Raumfahrttechnik

2.363

2.641

2.623

2.511

Seetechnik

596

647

832

782

Straßenverkehrstechnik

3.604

3.746

3.879

3.911

Elektrotechnik

3.362

3.582

3.463

3.313

Gerätebau

2.650

2.625

2.646

2.670

Elektronik, Radio- und Nachrichtentechnik

6.717

6.963

7.322

7.429

Automatisierungs- und Steuerungstechnik

6.158

6.380

6.306

6.151

Chemietechnologie

3.165

3.335

3.415

3.510

Lebensmitteltechnologie

3.360

3.379

3.432

3.258

Konsumgütertechnologie

2.133

2.264

2.116

1.973

Informatik und Datenverarbeitungstechnik

7.437

7.680

7.925

8.133

*) Direktstudium
Quelle: I. Deschina: "Inschenernoje obrazovanije i innovatsionnaja dejatelnost v Rossii", in: "Vysschee obrazovanije v Rossii" (Hochschulbildung in Russland), Nr. 10/2005

Anzahl der Wissenschaftler und Forscher im Fachbereich "Technische Wissenschaften" in russischen Hochschulen

1996

1998

2000

2002

2003

Anzahl insgesamt

9.855

7.881

7.551

7.483

7.673

Anteil an der Gesamtzahl der Wissenschaftler in russischen Hochschulen (in %)

37,4

35,0

33,4

33,5

33,4

Quelle: I. Deschina: "Inschenernoje obrazovanije i innovatsionnaja dejatelnost v Rossii", in: "Vysschee obrazovanije v Rossii" (Hochschulbildung in Russland), Nr. 10/2005

Studiengebühren in ausgewählten Moskauer Hochschulen in technischen Disziplinen1

Disziplin/Hochschule

Gebühren pro Studienjahr (Euro 2)

Maschinenbau:

Russische Staatliche Universität für Öl und Gas "I.M.Gubkin"

1.905

Russische Universität der Völkerfreundschaft

1.759

Moskauer Staatliche Bergbauuniversität

1.641

Moskauer Staatliche Universität für Fernmeldewesen

1.518

Moskauer Staatliche Technische Universität "Baumann"

1.492

Energetik:

Russische Universität der Völkerfreundschaft

1.759

Moskauer Ingenieur-Physisches Institut

1.641

Moskauer Staatliche Universität für Fernmeldewesen

1.518

Moskauer Staatliche Technische Universität "Baumann"

1.492

Moskauer Luftfahrt-Institut (Staatliche Technische Universität)

1.231

Gas- und Ölindustrie:

Moskauer Staatliche Universität "Lomonossow" (MGU)

3638

Russische Staatliche Universität für Öl und Gas "I.M.Gubkin"

1.905

IT und Telekommunikation:

Plechanow-Akademie für Wirtschaft Moskau

3.955

Staatliche Universität für Management

3.518

Moskauer Staatliche Universität "Lomonossow" (MGU)

3.242

Moskauer Staatliche Universität für Wirtschaft, Statistik und Informatik

3.096

1 Stand: Mitte 2006; staatliche und private Hochschulen, bezogen auf das Ganztagsstudium auf kommerzieller Basis (gebührenpflichtige Studienplätze); Informationen stammen aus Telefoninterviews mit Mitgliedern der Aufnahmekommission sowie von den offiziellen Websites der Hochschulen;

2 Zur Jahresmitte 2006 geltenden Durchschnittskurs 1 Euro = 34,1097 Rbl
Quelle: Ratingagentur RejtOR (www.reitor.ru)

Durchschnittsgehälter von Ingenieuren (Führungskräfte und Spezialisten) auf dem russischen Arbeitsmarkt*

Monatliches Durchschnittsgehalt in Euro (brutto)

Produktionsunternehmen:

Produktionsmanager

1.800 bis 3.300

Chefingenieure

1.800 bis 2.600

Chefingenieure-Energetiker/Mechaniker

1.500 bis 2.200

Ingenieure-Elektriker

750 bis 1.500

Ingenieure-Mechaniker

700 bis 1.500

Ingenieure-Technologen

500 bis 1.100

Manager für Qualitätskontrolle

1.100 bis 2.200

Telekommunikationssektor:

Ingenieure für Kommutationssysteme

900 bis 1.500

Ingenieure für den Bau von Basisstationen

1.100 bis 1.600

Ingenieure für den Support von Subsystemen intellektueller Verbindungsnetze

750 bis 1.100

Ingenieure für technischen Support

960 bis 1.500

Serviceingenieure (ATC)

750 bis 1.100

* Stand: Ende 2006; bezogen auf russische Metropolen
Quelle: Zusammengestellt nach Angaben russischer Personalagenturen

Kontaktanschriften

  • Ministerium für Bildung und Wissenschaft der Russischen Föderation, 125993 Moskau, Tverskaja ul., 11; Tel.: 007495/629 70 62, Fax: -629 08 91, Internet: www.mon.gov.ru, Minister: A. A. Fursenko
  • Föderale Agentur für Bildung, 115998 Moskau, ul. Ljusinovskaja, 51; Tel.: 007495/237 97 63, Fax: -236 01 71, E-Mail: info@ed.gov.ru, Internet: www.ed.gov.ru, Leiter: G. A. Balychin
  • Assoziation der Ingenieurausbildung Russlands (Assotsiatsija inschenernogo obrazovanija Rossii, AIOR), 109316, Moskau, ul. Talalichina, 33, Gebäude 4, Büro 14; Tel./Fax: 007495/677 03 46, E-Mail: fondmass@mail.ru, lika@cc.tpu.edu.ru, Internet: http://aeer.cctpu.edu.ru/index.phtml, Präsident: J. P. Pocholkov
  • Assoziation technischer Universitäten Russlands (Assotsiatsija technitscheskich universitetov Rossii), 107005 Moskau, ul. 2-ja Baumanskaja, 5; Tel.: 007495/263 66 32, Fax: -261 18 58, E-Mail: center@bmstu.ru
  • Akkreditierungszentrum (Unterabteilung der Assoziation für Ingenieurausbildung in Russland; zuständig für die offizielle Akkreditierung von Lehrprogrammen von Hochschulen in technischen Fächern), Tel./Fax:: 0073822/56 38 35, E-Mail: msb@ac-raee.ru, Internet: www.ac-raee.ru, Direktor: S. B. Mogilnitskij
  • Nationales Informationszentrum für akademische Anerkennung und Mobilität, Universität für Völkerfreundschaft, ul. Mikluho-Maklaya, 6, 117198 Moskau; Tel.: 007495/958 28 81, -955 08 18, Fax: -433 15 11, -958 28 81, E-Mail: RussianENIC@sci.pfu.edu.ru, Direktor: G. Lukichev
  • Portal und Zeitschrift „Inschenernoje obrazovanije“ (Ingenieurausbildung), www.techno.edu.ru